1500 Euro Spende für die Digitalisierung

Waldeck-Frankenberger Bank unterstützt Waldeckischen Sängerbund – Jahrbücher erfasst

Freude über die Spende: (von links) Friedhelm Bracht (Waldeck-Frankenberger Bank/ Vorstand MGV 1875 Mühlhausen), Steffen Löcker, Bruno Mecke und Dennis Patzwaldt. © Foto: Köhler

Korbach – Für die Digitalisierung seiner historischen Unterlagen arbeitet der Waldeckische Sängerbund mit dem Lebenshilfe-Werk Waldeck-Frankenberg zusammen. Die Waldeck-Frankenberger Bank unterstützt dies mit einer Spende von 1500 Euro.

Wie viele Vereine stand der Sängerbund vor der Herausforderung, die Dokumente seiner 100-jährigen Geschichte zu lagern. Vorsitzender Bruno Mecke erklärt: „Als ich mein Amt antrat, bekam ich von meinem Vorgänger einen Anhänger voller Bücher und Dokumente hingestellt. Vieles musste ich leider aussortieren. Vor allem die Gesangsvereine haben in den meisten Fällen keine eigenen Räume. Daher kam die Frage auf, wie man diese ganzen Unterlagen, unter denen viele historische Schmuckstücke sind, anderweitig sichern und aufbewahren kann.“

Steffen Löcker, technischer Abteilungsleiter der Frankenberger Werkstätten des Lebenshilfe-Werks, fragte Ende 2023 Institutionen und Vereine ab, ob bei der Digitalisierung von Dokumenten Interesse bestehe. „Als ich mit Herrn Mecke telefoniert habe, konnte ich direkt merken, wie Feuer und Flammer er von diesem Konzept war“, erläutert Löcker.

Das Lebenshilfe-Werk arbeitet mit dem Computer-Programm „Sales Doc“. Es ermöglicht behinderten Menschen ganz einfach, Dokumente selbstständig zu digitalisieren, auch wenn sie wie die meisten Klienten weder lesen noch schreiben können. Die Seiten werden mit Hochleistungsgeräten eingescannt und landen auf dem Bildschirm, an dem die behinderten Menschen arbeiten. Sie schauen, ob auf der Seite etwas drauf ist und drücken dementsprechend eines von zwei Symbolen: „L“ (Leer) oder „T“ (Text). Mit bildlichen Hilfsmitteln können sie die benötigten Informationen zu den Seiten festhalten. Im Fall des Sängerbundes wurden zwei Angabenfelder pro Seite benötigt: das Datum und die Seitenzahl. Ein Ziel der Lebenshilfe sei es, Menschen mit Behinderung die Arbeit im Modernen zu ermöglichen, meint Löcker.

Anfang vergangenen Jahres gab Bruno Mecke die Jahrbücher von 1953 bis 2013 an die Lebenshilfe. Anfang dieses Jahres war die Arbeit fertig. Über 16.000 Seiten wurden so erfolgreich von behinderten Menschen digitalisiert. Mecke ist begeistert von der geleisteten Arbeit: „Wir möchten in Zukunft noch mehr digitalisieren lassen. Es war unser Anliegen, alte Kulturschätze aufzuheben und neu aufblühen zu lassen.“

Carsten Stumpe, Bereichsleiter Marketing und Vertrieb der Bank, erklärt: „Das Projekt hat uns sehr gefallen. Die Bank weist auch eine große Historie auf und die Digitalisierung ist auch bei uns eines der Hauptthemen.“ Zudem unterstütze die Bank wieder ein Projekt, bei dem behinderten Menschen eine direkte Inklusion am Arbeitsmarkt ermöglicht wird. „Die Digitalisierung ist deshalb auch sehr wichtig, um zukünftige Generationen anzusprechen“, unterstreicht Bank-Vorstandsmitglied Dennis Patzwald. „Das ist viel Geld für den Sängerbund. Wir sind sehr dankbar“, bedankt sich Bruno Mecke für die Spende.
JULIUS KÖHLER

2025 WLZ 05. 04.